e-Schreibwerkstatt Fernsehkrimi

Am 6. September 2014 fiel im Rahmen der Wiesbadener Programmreihe rund ums Westend unter dem Motto „Zimmer frei im Hotel Westend“ der Startschuss für die Fernsehkrimi-Schreibwerkstatt „Einsatz für Abrahams Team“ rund um ein interkulturelles Ermittlerteam.

WANN? 6. September 2014, 15-17 Uhr
WO? NASPA Finanz-Center, Bismarckring 29

 

„Wo bleibt sie nur?“

Schreibimpuls:

Der erste Einsatz für Abrahams Team führt nach Wiesbaden. Carolines Schule engagiert sich für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“. Beim letzten Netzwerktreffen in der Gedenkstätte Osthofen hat sie dort einen kurzen Vortrag über Pfarrer Heinrich Tomberge gehalten, der als entschiedener Gegner des Nazi-Regimes ins KZ kam. Über Briefe aus seinem Nachlass, aus denen Caroline einige Stellen zitiert hatte, war sie mit Ayla ins Gespräch gekommen. Die hatte sie zur Programmreihe rund um das Wiesbadener Westend, die dieses Jahr unter dem Motto „Zimmer frei im Hotel Westend“ steht, eingeladen.

Caroline fährt mit der S-Bahn zum Wiesbadener Hauptbahnhof, wo Ayla sie abholen will. Doch als sie ankommt, fehlt von ihrer Freundin jede Spur. Stattdessen kommt ein kleiner Junge auf sie zugelaufen, der Caroline stumm ansieht und ihr einen Zettel überreicht …

 

 

Hier die Eckpunkte für die Handlung:

 

Caroline bekommt einen Stadtplan in die Hand gedrückt, auf dem eine Stelle markiert worden ist. Durch die Aufschrift „A.“ glaubt sie, Ayla habe den Jungen geschickt. Sie macht sich auf den Weg dorthin („Rebellion“ gegen die Vorsichtsmaßnahmen, die ihre Mutter ihr immer wieder eingeschärft hat). Auf dem Plan ist ein Spielplatz (Yorckstr./Ecke Blücherplatz) eingetragen. Caroline kommt dort an.

 

Szene 1: BAHNHOF

 

CAROLINE sitzt im Zug und schriebt eine SMS (hi ayla, bin gleich da)

Der Zug hält an, sie steigt aus sieht sich um (sucht nach AYLA)

Sie steht am Bahnsteig und schaut auf ihr Handy. Ein Junge kommt auf sie zu und drückt ihr einen Zettel in die Hand. Sie faltet den Zettel auf und sieht sich an. Als sie mit einem verwirrten Blick aufschaut, um den Jungen etwas zu fragen, ist er verschwunden. Jetzt sehen wir auch den Zettel – ein Stadtplan, auf dem eine bestimmte Stelle markiert ist. Darunter steht ein A.

CAROLINE denkt kurz nach und geht dann los.

 

Das Bild wird kurz schwarz, dann wird AYLA eingeblendet, die gerade ankommt. Sie sieht sich um, schaut auf eine der großen Infotafeln, zieht ihr Handy aus der Tasche und sieht sich CAROLINES SMS an.

 

Das Bild wird wieder schwarz, dann sehen wir wieder CAROLINE auf dem Weg zum Spielplatz.

Sie steht an einer Straßenecke und dreht den Stadtplan hin und her. Schließlich entscheidet sie sich für eine Richtung…

 

und kommt am Spielplatz an.

 

CAROLINE setzt sich auf eine Mauer.(Rundumansicht, erst von ihr, dann vom Spielplatz) Inzwischen wirkt sie ziemlich genervt, zieht ihr Handy heraus.

Sie hört ein Geräusch, sieht sich noch einmal langsam um (Hallo, ist da wer – Blick) versucht, aufzustehen, rutscht dabei ab und fällt hinter die Mauer (diese Szene wir von der Straße aus gefilmt)

BILD WIRD SCHWARZ

 

 

Ayla ruft Carolines Mutter an, um zu fragen, wo Caroline bleibt. Die reagiert verwundert, weil sie von dem Treffen nichts wusste. Die beiden hatten sich zu einem Moscheebesuch verabredet.

 

Schnitt auf Handydisplay, das aufleuchtet (Anruf)

NATALIE nimmt den Anruf an:(diese Szene wird immer im Gegenschnitt gefilmt)

NATALIE

Hallo?

AYLA

Hallo, ich bin Ayla, . Wissen Sie vielleicht, wo Caroline ist?

NATALIE

Entschuldigung, wer sind Sie?

AYLA

Oh.. ich bin eine Freundin von Caroline. Wir wollten heute in eine Moschee gehen und sie ist noch nicht aufgetaucht. Ich wollte nur fragen, ob irgendetwas passiert ist.

NATALIE

Also ich weiß von nichts, wahrscheinlich kommt sie gleich. Wo wolltet ihr noch mal hingehen?

AYLA

In die Moschee… äh.. warten Sie, ich glaube, ich sehe sie schon dahinten. Vielen Dank!

(legt auf)

 

 

 

Nathalies Dienstschicht beginnt. Die anderen Kommissare werden eingeführt. Das K11 wird zu einem Mordfall gerufen; Tatortermittlung. Nathalie beschwert sich über die „zehntausendste Religion“, die ihre Tochter mittlerweile ausprobiert. Lubomir schaltet sich ein (selbst Muslim) und fühlt sich leicht gekränkt. Bernd Grube glättet die Wogen.

 

 

 

Ayla am Bahnhof: Sie sucht die Bahnsteige ab und versucht Caroline anzurufen.

 

 

 

Die Kommissare kehren ins Präsidium zurück und beginnen mit den Mordermittlungen. Lea wird eingeführt.

 

 

 

Ayla versucht, eine Vermisstenanzeige in Wiesbaden aufzugeben. Ein Polizist leitet das an Nathalie weiter; die setzt sich daraufhin mit Ayla in Verbindung. Ayla hat inzwischen in Erfahrung gebracht, dass Caroline früher angekommen, einen Zettel in die Hand gedrückt bekommen hat und daraufhin Richtung Westend verschwunden ist. (Sie hat im Bahnhof Leute gefragt, ob die etwas gesehen haben, und den Jungen ausfindig gemacht).

 

POLIZEIREVIER

Eingangsbereich. Ein Polizist sitzt vorne an der Pforte und löst ein Kreuzworträtsel. AYLA kommt herein, er lässt das Heft schnell verschwinden.

POLIZIST

Wie kann ich dir helfen?

AYLA

Es geht um meine Freundin Caroline. Wir wollten uns treffen und sie ist immer noch nicht aufgetaucht und inzwischen mache ich mir wirklich Sorgen.

POLIZIST (merklich desinteressiert)

Hast du versucht, sie anzurufen?

AYLA

Natürlich. Ich habe es auch bei ihrer Mutter versucht, aber die hat auch keine Ahnung.

POLIZIST

Wie lange ist Katharina…

AYLA

Caroline. Caroline August.

POLIZIST

August? Die Tochter von Nathalie August?

AYLA (verwirrt)

Ja, ich glaube schon…

POLIZIST

Einen Moment bitte. (nimmt den Hörer ab und tippt eine Nummer ein)

Hallo? Hallo Frank, ich bins. Was? Nein, ich habe hier gerade eine Vermisstenanzeige. Wie hieß noch mal die Tochter von dieser K11 Komissarin? Du weißt schon, Natalie August? (kurze Pause) In Ordnung. Danke. Nein, ich rufe sie an. Danke. Legt auf

AYLA

Was ist?

POLIZIST

Ich glaube, es gibt da jemanden, mit dem du sprechen solltest.

SCHNITT

 

 

Nathalie ruft immer wieder ihre Tochter an.

 

 

 

Ein Handy liegt auf einem Tisch (wo, ist nicht zu erkennen). Es klingelt, jemand (ebenfalls nicht zu erkennen) lehnt den Anruf ab (der von Nathalie kommt) und scrollt durch die Anrufliste (viele vergebliche Anrufe von Nathalie).

 

 

 

Lea und Nathalie machen sich auf die Suche; sie schauen zuerst bei der Moschee im Wiesbadener Westend  vorbei, wo Nathalie (mit Schuhen) mitten ins Gebet hereinplatzt.Lea schämt sich für ihre Kollegin und ist froh, dass Ayla eintrifft, die sie nun bei der Spurensuche unterstützt.

 

Es stellt sich heraus, dass Caroline in Zusammenhang mit dem Mordfall entführt wurde, in dem Nathalie ermittelt – Nathalie erhält einen Anruf von Carolines Handy, doch nicht ihre Tochter ist dran, sondern die Entführerin (spricht mit verzerrter Stimme, so dass sie für die Zuschauer nicht als Frau zu erkennen ist), die Nathalie auffordert, Beweismaterial verschwinden zu lassen.

 

NATALIES Handy leuchtet auf, der Anrufer wird angezeigt: CAROLINE

Sie nimmt ab.

NATHALIE

Caroline? Wo bist du?

ANRUFER (mit verzerrter Stimme)

Caroline ist gerade leider etwas verhindert. Soll ich ihr etwas ausrichten?

NATHALIE

Wer sind Sie? Wo ist meine Tochter?

ANRUFER

Wer ich bin, tut nichts zur Sache. Und was Ihre Tochter angeht…

NATHALIE

Was wollen Sie?

ANRUFER

Nun, es gibt da etwas, bei dem Sie mir helfen könnten. Sie ermitteln im Mordfall Schreiber?

NATHALIE

Ja, aber was hat das mit meiner Tochter zu tun?

ANRUFER

Nun… aktuell eine ganze Menge, würde ich fast sagen. Bedauerlicherweise lag neben der Leiche etwas, das ich eigentlich noch brauche.

NATHALIE

Haben Sie sie getötet? Und jetzt soll ich einfach irgendwelches Material verschwinden lassen? Das geht nicht so einfach, meine Kollegen werden das doch merken.

ANRUFER

Das ist fürs erste Ihr Problem. Sie wissen, wovon ich spreche. Das ist gut. Ich melde mich in zwei Stunden.

NATHALIE

Warten Sie! Lassen Sie mich mit meiner Tochter sprechen!

Anrufer legt auf. Nathalie wirkt erst unentschlossen, steckt das Handy wieder ein. Dann entscheidet sie sich und rennt zu ihrem Wagen.

LEA

Nathalie? Was ist los?

NATHALIE

Ich muss noch mal ins Revier. Bin gleich wieder da!

Steigt ein und fährt los.

Nathalie weiht ihre Kollegen zunächst nicht ein, sagt, dass sie noch mal schnell ins Kommissariat muss (um dort das Material zu entwenden); währenddessen suchen Lea und Ayla noch mal den kleinen Jungen auf, der mit seiner Mutter zu Hause ist, die kein Wort Deutsch spricht. Nach längerem Hin und Her finden sie heraus, von wem der Kleine seine Anweisungen bekommen hat (einem Fremden am Bahnhof, der ihm gesagt hat, es handele sich um ein Spiel). Der Junge hat den Mann danach allerdings durch Zufall wieder gesehen und sich aus Neugier an seine Fersen geheftet und herausgefunden, dass dieser gelegentlich als Taxifahrer arbeitet.

 

Lea und Ayla machen sich auf die Suche nach ihm; Ayla versucht, Nathalie per Telefon zu erreichen und wundert sich, wo die bleibt. Lea und Ayla finden den Taxifahrer, es stellt sich heraus, dass er den Auftrag nur zufällig von einem Unbekannten bekommen hat (Fahrgast, der in Mainz zugestiegen ist – dort hätte er eigentlich als Wiesbadener Taxifahrer keinen Fahrgast aufnehmen dürfen)