Ausblick | Weiterarbeit

Was bleibt zu tun?
Von den Lehrern der alten Oberschule für Jungen lebt mittlerweile niemand mehr, von den zahlreichen Schülerinnen und Schülern könnte es noch manche Überlebende oder deren Nachkommen geben. Das wäre ein interessantes Forschungsvorhaben.
Über die sog. “Jugendwalter“, die in einem Erlass des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung vom 24.10.1934 in jeder Schule aktiv werden und weitgehende ideologische Kontrollfunktion übernehmen sollten, haben wir bisher noch nichts gefunden, es wäre aber, aus unserer Sicht, eine spannende Frage.
parteifuehrer-werden-nnWir werden von der Homepage unserer Schule auf die Beiträge der Denktag-Website verlinken und hoffentlich weitere Schülerinnen und Schüler anregen, auf diesem Gebiete weiter zu arbeiten. Auf unserer alten Schul-Homepage gab es eine Unterseite, die über aktuelle Geschichtsprojekte der Schule berichtete. Für die jetzt aktuelle Schul-Homepage ist geplant, dies alles in einer eigenen Geschichtshomepage als Sub-Domain darzustellen, auf die von der Haupt-Domain der Schule hingewiesen wird.

Am wichtigsten aber wäre für uns, die Besucher unserer Ausstellung und vor allem unserer Website fühlen sich angeregt, nachdenkend und emotional geweckt, um die Erfahrungen mit Diktatur und Rassismus als Mahnung und Warnung nie zu vergessen und auch weiter zu geben. Am meisten würde uns freuen, wenn mehr junge Menschen, auch an unserer Schule, die gegenwärtige Politik und gesellschaftliche Realität des „salonfähigen Rassismus“ verschiedenster Spielarten wachsam und kritisch beobachteten.
Nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit unserem Projekt, aber mit der eingangs erwähnten üblen Rassismusdebatte in unserem Land, sei Folgendes kurz berichtet: Unsere Schule wollte ein aktives Zeichen für Menschenfreundlichkeit setzen. Seit über einem Jahr funktioniert in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen in Herten eine ganz konkrete Nachbarschaftshilfe von Schülerinnen, Müttern und Lehrern unserer Schulgemeinde für geflüchtete Frauen und ihre Familien: Einen Nachmittag in der Woche lernen die Mütter bei uns Deutsch, während ihre Kinder einen Spiele- und Sportnachmittag in der Schule erleben.
Das ist nicht besonders viel, aber, so finden wir, ein konkretes Beispiel dafür, aus unserer Geschichte zu lernen und sich zu engagieren, damit alle bei uns in Frieden, Sicherheit, ohne Angst vor Rassismus leben können.
Wir wünschen uns eine solche Gesellschaft – eine wie die vergangene wollen wir nicht erleben müssen.
Diese Geschichte muss provozieren!