Erziehungsziele im Vergleich

Unsere Beschäftigung mit Erziehung und Bildung in der NS-Zeit gab uns reichlich Anlässe, unsere Situation heute damit zu vergleichen.

Wir meinen, die NS-Ziele von Erziehung der Jugend, der Jungen und Mädchen sind in den folgenden Zitaten aus dem Buch „Mein Kampf“ von A. Hitler klar und eindeutig und für uns erschreckend formuliert:
„Meine Pädagogik ist hart. Das Schwache muss weggehämmert werden. In meinen Ordensburgen wird eine Jugend heranwachsen, vor der sich die Welt erschrecken wird. Eine gewalttätige, herrische, unerschrockene, grausame Jugend will ich. Jugend muss das alles sein. Schmerzen muss sie ertragen. Es darf nichts Schwaches und Zärtliches an ihr sein. Das freie, herrliche Raubtier muss erst wieder aus ihren Augen blitzen.“
4356_6377-ns-dokumentationszentrumpages394-aspxs394„Die gesamte BIldungs- und Erziehungsarbeit des völkischen Staates muß ihre Krönung darin finden, daß sie den Rassesinn und das Rassegefühl instinkt- und verstandesmäßig in Herz und Gehirn der ihr anvertrauten Jugend hineinbrennt. Es soll kein Knabe und kein Mädchen die Schule verlassen, ohne zur letzten Erkenntnis über die Notwendigkeit und das Wesen der Blutreinheit geführt worden zu sein.“
„…Ziel nämlich und Krönung aller Erziehung im völkischen Staat wird das Heer sein: (…) Es soll (…) den körperlich bereits tadellos vorgebildeten jungen Menschen nur mehr in den Soldaten verwandeln.“
„Analog der Erziehung des Knaben kann der völkische Staat auch die Erziehung des Mädchens von den gleichen Gesichtspunkten leiten. (…) Das Ziel der weiblichen Erziehung hat unverrückbar die kommende Mutter zu sein.“

Diese Ziele sollten durch Schule, JH, BDM und weiteren Organisationen der Gesellschaft und natürlich auch im Elternhaus umgesetzt werden und so die „neue deutsche Jugend“ formen.
In der Schule wurden alle Fächer auf dieser rassistischen Grundlage neu konstruiert, um neben einer fachlichen Ausbildung eine völkische Grundhaltung zu erziehen – das galt für Jungen und Mädchen gleichermaßen, wenn auch an unterschiedlichen Inhalten.
Die Jungen sollten in der Hitlerjugend, neben der Erziehung zum völkischen Denken, besonders durch Sport und Geländespiele in Härte, Zähigkeit, Ausdauer und blinden Gehorsam auf ihre zukünftige Rolle als Hitlers gnadenlose, überlegene und angsteinflößende Soldaten vorbereitet werden.
In den besonderen „Fächern des Frauenschaffens“ wurden die Mädchen, zusammen mit der entsprechenden Freizeitgestaltung im BDM, auf ihre „ureigensten Aufgaben als Erhalterinnen des Volkskörpers, als Pflegerin der Familie und Trägerin wertvollen Erbgutes“ vorbereitet. Sie sollten Rassenbewusstsein entwickeln und treu sorgende Gattin und Mutter vieler Kinder, besonders von Söhnen, werden.

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Gruppe von BDM-Mädchen, Ecke Hohe Straße/Schildergasse, Köln 19.05.1933 (Fotograf: Erich Kämmerer)

Wer allerdings diese Ziele nicht erfüllte, nicht erfüllen konnte oder wollte, wurde aussortiert, ausgegrenzt, eingesperrt, vertrieben, ermordet. Solche Menschen hatten kein Lebensrecht mehr in diesem völkischen Staat der arischen Herrenmenschen mit der neuen deutschen Jugend, vor der sich die Welt fürchten sollte.
In krasserem Gegensatz dazu können unsere heutigen Erziehungsziele nicht sein:
Wir haben gleiche Rechte, jeder soll die gleiche Chance auf seine größtmögliche Förderung und Verwirklichung erhalten, niemand darf aussortiert werden, jeder darf seine Meinung frei äußern, und jeder muss in Frieden und Freiheit bei uns leben dürfen.
Das steht in unserem Grundgesetz. Auf ein solches Leben werden wir, nicht nur in der Schule, vorbereitet: wir können diskutieren, kritisch hinterfragen, mitbestimmen, mitgestalten, uns einmischen, sollen und können selbstständig denken, aber auch soziale Verantwortung übernehmen, Mitgefühl und Toleranz lernen. Wir lernen, Konflikte ohne Gewalt zu lösen und einander mit Respekt zu begegnen. Mädchen und Jungen sind gleichberechtigt und können ihre eigenen Lebens- und Berufsziele wählen. Wir können uns vielfältig engagieren, wenn und wo wir das möchten!

Das muss auch uneingeschränkt so bleiben. Das wollen wir verteidigen.
Unsere Geschichte hat uns provoziert!