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Während meiner Recherche habe ich erfahren, dass Musik für jeden einzelnen Häftling eine ganz unterschiedliche Bedeutung hatte. Musik ist ein äußert intensiver Ausdrucksträger, der die Menschen in einem Lager ungewöhnlich stark betroffen machte und prägte. Manche Gefangene litten unter der seelischen Wirkung von Musik, sodass dies ihr Lager- und ihr späteres Leben stark beeinflusste.

108 ehemalige polnische männliche und weibliche Häftlinge wurden nach Beeinträchtigungen in ihrem späteren Leben [gefragt]. 51,5 Prozent der Befragten gaben an, bestimmte, mit dem Lager verknüpfte akustische Reize schwer ertragen zu können: Schreie, Weinen, Stöhnen, den Klang der deutschen Sprache, laute Musik oder lauten Gesang, bestimmte Melodien von Unterhaltungsmusik, deutsche Lieder u.ä.

An diesem Zitat kann man erkennen, dass die Musik beziehungsweise „akustische Reize“ keine Menschlichkeit darstellten, sondern vielmehr die Grausamkeit des menschenunwürdigen Lageralltages. Hingegen wurden andere Gefangene, insbesondere die Musiker positiv durch die Lagermusik beeinflusst. Es stellte für sie ein Rest von Freiheit, Selbstbestimmung, Menschenwürde und Individualität dar. Dies half ihnen das Konzentrationslager zu überleben oder es besser zu verarbeiten.

 

Eine weitere Facette der Musik war; dass sie einen geistigen Widerstand gegen das unterdrückende und menschenunwürdige Nazi-Regime darstellte. Sie gab Halt um während der Gefangenschaft nicht unter zugehen.

Die Musik wurde von den Nazis bewusst und gezielt eingesetzt, als einen zusätzlichen unterdrückenden Faktor, der den Lageralltag erschwerte. Wurde öffentliche Musik gezwungen aufgeführt, musizierten die Musiker freiwillig für sich beispielsweise, während den Proben.

Gezwungen wurde Brundibár in Theresienstadt aufgeführt, jedoch gab es dort auch Augenblicke, in denen Musiker aus freien Stücken heraus musizierten.

Auch in Auschwitz gab es Momente, in denen Musiker und Komponisten freiwillig ihrem Beruf nach gingen und ungezwungen musizierten und komponierten.

 

 

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Musik häufig erzwungen wurde und von den Nationalsozialisten nicht als Ausdrucksträger der Menschlichkeit, sondern als vernichtendes und menschenunwürdiges Element benutzt wurde. Doch bildete Musik, insbesondere für die Musiker, einen starken Ausdrucksträger der Menschlichkeit, Freiheit und Individualität dar. Obgleich dies gezwungen von der SS, oder ungezwungen geschah.

So lässt sich meine Leitfrage zugleich mit Ja und Nein beantworten.

 

Ja, es gab Momente, die von ungezwungener Musik geprägt waren und es einen Ausdrucksträger einer Menschlichkeit gab.

Nein, denn Musik wurde von den Nationalsozialisten gezwungen aufgeführt und stellte keineswegs ein Ausdruck der Menschlichkeit dar. Denn die Inhaftierten verbanden Musik mit Grausamkeit und dem Tod.

Wird die Seite der Musiker betrachtet, lässt sich sagen, dass gezwungene Musik während Selektionen keine Humanität darstellte. Hingegen stellte Musik während der Proben eine Menschlichkeit und etwas Positives dar.

Nichtmusiker nahmen die Musik sehr unterschiedlich wahr, sei es gezwungen oder ungezwungen. Sie war entweder etwas Angenehmes oder etwas Schädliches.