Der jüdische Friedhof in Oldenburg

Im Mai 1814 wurde ein Antrag an die Regierungskommission des Herzogtums Oldenburg geschickt, in welcher ein Gelände vorgeschlagen wurde, auf dem der jüdische Friedhof errichtet werden sollte. Das angeforderte Gutachten zu diesem Antrag wurde am 4. Juni 1814 an die Regierungskommission geschickt, in der das vorgeschlagene Grundstück näher beschrieben wurde.
Eine Genehmigung zur Errichtung des Friedhofs wurde schon am 7. Juni 1814 vom Vogt der Regierung erteilt.


Auch die verstorbenen jüdischen Bürger aus zum Beispiel Bad Zwischenahn, Elsfleth und Wardenburg wurden auf diesem Friedhof bestattet. Vor der Eröffnung des Friedhofs in Oldenburg wurden jüdische Verstorbene in Varel-Hohenberge beigesetzt. 1862 wurde das Grundstück erheblich vergrößert und die Hecke, die den Friedhof zuvor umgab, wurde von einer massiven Steinmauer abgelöst. 1901 wurde die erste Friedhofsordnung vom Landesgemeinderat genehmigt. 1921 wurde eine Trauerhalle von Leo Leiser Trommer gestiftet in Gedenken an seinen verstorbenen Sohn. 1935 wurden neun Grabsteine umgeworfen. Die Schuldigen waren Mitglieder des SA-Hilfswerklager Blankenburg. Am 10. November 1938 wurde in der Friedhofshalle ein Feuer entzündet. Dies geschah im Zusammenhang zu den Novemberpogromen. Die Täter wurden 1949 zu einem Jahr und sechs Monaten bzw. einem Jahr Gefängnis verurteilt. Im September 1945 wurde der Friedhof vorläufig wiederhergestellt. Die Militärregierung nahm Reparaturen am Eingangstor, der Mauer und der Grabsteine im Wert von 2.000 Reichsmark vor.


Während des Krieges wurden 54 russische Kriegsgefangene auf dem Friedhof bestattet. 1950 wurde auf dem Sammelgrab ein Grabstein angebracht.
Während des Krieges wurde auf dem Friedhof ein kleiner Rundbunker errichtet.
1975 wurde die Friedhofshalle für 47.000 DM restauriert.
1999 wurde ein neuer Davidstern gespendet.

Im Jahr 2000 wurde der Friedhof geschlossen. Es wurden keine neuen Verstorbenen mehr auf dem Friedhof beerdigt, da dieser bereits vollkommen belegt war. Ein neuer Friedhof wurde in Bümmerstede eröffnet.
Im November 2011 wurde ein Farbanschlag auf den Friedhof getätigt. Der Haupttäter wurde 2012 gefasst und hat eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren erhalten.
Im November 2013 wurden einige Grabsteine mit Hakenkreuzen beschmiert. Die Täter haben Haftstrafen von fünf bis sechs Monaten erhalten. Ein anderer erhielt eine Geldstrafe.
Im Februar 2015 wurde eine weitere Schändung der Torsäulen vorgenommen und zwei Autos beschädigt, die vor dem Friedhof parkten . Die Täter beschmierten die Gegenstände mit Hakenkreuzen.