Das Lager Janowska – ein „Werk“ Himmlers

Vom Konzentrationslager Janowska, das von 1941 bis 1944 bestand, weiß man leider ganz wenig sogar in Lwiw (Lemberg).

Der Lageplan des Gettos und des Lagers in Lwiw, 1941-42, USHMM

Der Lageplan des Gettos und des Lagers in Lwiw, 1941-42, USHMM

Das Konzentrationslager Janowska war ein Vorposten der „Endlösung“ der jüdischen Frage in der westlichen Ukraine, und nicht nur der jüdischen. Die Verantwortung für die Gewährleistung „der neuen Ordnung auf den östlichen Territorien“ hat Hitler dem Reichsführer der SS und Polizei Himmler auferlegt. Gerade ihm wurde die Organisation der Netze von Zwangsarbeitslagern auf „den annektierten Gebieten“ angewiesen. Im Sommer 1942 hat Himmler sein „Werk“ – das Konzentrationslager Janowska, eines der größten und grausamsten auf dem Territorium der westlichen Ukraine besucht. Innerhalb von zweieinhalb Jahren wurden dort 200.000 Menschen vernichtet. Lebendig blieben nur wenige Dutzende der ehemaligen Gefangenen. Gerade von ihnen hat die Welt über die blutigen Verbrechen der Nazis erfahren.

Reichsführer SS Heinrich Himmler (Zentrum, rechts) besucht Janowska Konzentrationslager

Reichsführer SS Heinrich Himmler (Zentrum, rechts) besucht das Konzentrationslager Janowska, USHMM (50754), Instytut Pamieci Narodowej

Auf Befehl des Gouverneurs des Distrikts Galicien Wächter wurde im November 1941 in Lwiw das Konzentrationslager aufgebaut, das die Nazis Zwangsarbeitslager genannt haben. Das Lager Janowska ist ein Territorium mit der Fläche von 2990 Quadratmetern auf der Straße Janowskaja (zwischen dem jüdischen Friedhof einerseits und der Eisenbahn andererseits). Es wurde mit einer Steinwand umzäunt, die oben mit Bruchglas bestreut wurde. Das Lager bestand aus drei Teilen. Im ersten Amtsbau war die Kanzlei; im zweiten befanden sich vier Baracken für die männlichen Häftlinge, das Lagerhaus; im dritten Teil vier weibliche Baracken und die Sauna. Im Janowska Lager wurden in der Fabrik des Todes spezielle 10-tägige Kurse der Leichen-Verbrennung organisiert, wo sich 12 Häftlinge, die aus den Lagern von Lublin-Warschau und anderen nach Lwiw geschickt wurden, damit beschäftigten. Einer der Kurslehrer war der Kommandant des Verbrennens Oberst Schallok, der an Ort und Stelle, wo Leichen ausgegraben und verbrannt wurden, erzählte, wie man das macht, und die Einrichtung der Knochen-Mahl-Maschine erläuterte. Schallok erklärte, wie die Grube zu ebnen, die Asche durchzusieben und die Bäume an diesem Ort zu pflanzen, wie die Asche zu verstreuen und zu verbergen.