Buchenwaldlied

Gleich am Anfang hat die Führung des Konzentrationslagers Buchenwald einen Wettbewerb für das beste Lied des Lagers ausgeschrieben. Das Lied, das als bestes anerkannt wurde, hat man offiziell das Buchenwaldlied genannt. Sowohl die Häftlinge, als auch die Wachmänner des Lagers gewannen es lieb. Es wird im energischen Marschrhythmus gesungen, ihr begeisternder Refrain ruft nach Freiheit, die die Gefangenen außerhalb des Lagers erwartet. Für viele Häftlinge war die Aufführung des Buchenwaldliedes eine Protestaktion: „Als es den Befehl gab, zu singen, suchten wir das Krematorium, aus dessen Rohren die Flamme bis zum Himmel hinaufstieg, mit den Augen. Wir legten in den Gesang unseren ganzen Hass hinein. Wir schrien im Refrain das Wort „Freiheit“ so laut, als ob uns heiße Kohlen verbrannten, und der Wald füllte sich mit diesen Lauten“.

Die Autoren des Liedes waren Leopoldi Hermann und Fritz Löhner-Beda. Da beide Juden waren, hat man ihnen nicht erlaubt, am Wettbewerb teilzunehmen. Das Lied wurde einem anderen Häftling übergeben, der sie unter seinem Namen vorgestellt hat. Mehrere Jahre später erinnerte sich Leopoldi, dass dieses Lied

„den Lagerkommandanten sehr erfreut hat, der so dumm war, dass er seinen revolutionären Geist nicht verstand. Seit dieser Zeit sollten wir diesen Marsch morgens, mittags und nachts singen. Der Lagerkommandant Rödl mochte zu dieser Melodie in einem Teil des Lagers ein wenig tanzen, während in anderem Teil die Häftlinge mit Peitschen verprügelt wurden. Aus unserer Siedlung hat sich das Lied in die umliegenden Dörfer verbreitet und wurde bald überall bekannt“.

Fritz Löhner-Beda nahm auch nicht selten an illegalen Lagerkonzerten teil, in denen alte Gedichte und Lieder gesungen wurden. Nach der bitteren Ironie des Schicksals erschien seine Operette „Das Land des Lächelns“ mehrmals im Repertoire des Wiener Theaters und war bei der Nazielite populär, während sich der Komponist im Lager befand.