Wenn Musik das Leben ist…

Der Film „Der Pianist“ basiert auf der Autobiografie von Władysław Szpilman, einem der besten Klavierspieler Polens der 30-er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Die Hauptfigur des Filmes — Wladek — beschäftigt sich mit der Kunst, bis die Nazis das Territorium Polens besetzen. Das Leben aller Juden ändert sich: sie werden ins Warschauer Getto gebracht. Man verbietet Ihnen, zu arbeiten. Sie werden gedemütigt und gezwungen, Kenn-Binden zu tragen, und nach einer Weile schickt man sie ins Konzentrationslager. Im letzten Augenblick gelingt es Szpilman, sich mit Hilfe eines alten Freundes zu retten.

"Szpilman im Getto". Bild aus dem Film „Pianist“ von Polanski

Szpilman im Getto. Bild aus dem Film „Der Pianist“ von Polanski

Danach schuftet er als ungelernter Arbeiter unter Aufsicht der Nazis auf einer Baustelle. Dann helfen ihm Bekannte, zu fliehen und er versteckt sich in verschiedenen Wohnungen. Einmal geraten zwei Panzer-Geschosse in Haus, in dem er wohnt. Eines von ihnen trifft seine Wohnung. Mit Mühe gelingt es ihm, sich zu retten. Zuerst verbleibt er in einem verlassenen Spital und später in dem verlassenen Getto, wo weder Essen, noch Wasser übrig bleibt. Die Handlung geschieht zur Winterzeit. Szpilman versteckt sich in einem der am meisten erhalten gebliebenen Gebäude und findet dort eine Konservendose Gurken, die er aber aus Schwäche nicht öffnen kann. Auf der Suche nach einem Instrument steigt er am Abend auf das Erdgeschoß herunter und stößt auf einen Deutschen. Der Deutsche ist friedlich gestimmt und bittet Szpilman zu spielen, als er erfährt, dass er Klavierspieler ist. Szpilman spielt aus der Ballade Nr. 1 von Chopin.

Władysław Szpilman - Prototyp des Filmes "Pianist"

Władysław Szpilman – Prototyp des Filmes „Der Pianist“

Weggehend, fragt der Deutsche: „Haben Sie etwas zu essen?“. Szpilman zeigt ihm die Dose Gurken. Am Morgen bauten die Deutschen in diesem Gebäude das neue Stabsquartier auf, Wladek kann nicht fliehen und ist gezwungen, auf dem Dachboden zu bleiben. Später bringt ihm der Deutsche heimlich Brot, Konfitüre und ein Konservenmesser.

Nach einer Weile wird der deutsche Stab evakuiert. Der Deutsche kommt, um sich von Szpilman zu verabschieden und übergibt ihm ein weiteres Paket mit Lebensmitteln. Als er sich zur Tür umdreht, sieht er Szpilman, der in schmutzige Lappen eingewickelt ist und gibt ihm seinen Wintermantel.

Der Deutsche bringt Szpilman das Essen. Bild aus dem Film „Pianist“ von Polanski

Der Deutsche bringt Szpilman das Essen. Bild aus dem Film „Der Pianist“ von Polanski

Am Ende des Films kommen sowjetische Truppen ins Warschauer Getto, verbliebene Deutsche, einschließlich des Offiziers, der Szpilman half, werden gefangengenommen. Später zeigt der Film diesen Offizier hinter Stacheldraht. Er versucht, mit einem der Polen zu reden, schreit seinen Familiennamen aus, aber der Gesprächspartner kann ihn nicht vernehmen. Der Pole übergibt den Namen an Szpilman und Władysław kommt an die Stelle des Lagers, sieht aber einen leeren Ort. Und da er den Familiennamen des Erlösers nicht kennt, kann er ihm mit Nichts helfen.

Am Ende wird im Film gesagt, dass der Deutsche Wilhelm Hosenfeld hieß und 1952 in einem sowjetischen Kriegsgefangenenlager starb. Den Rest seines Lebens verbrachte Szpilman in Warschau und starb im Alter von 88 Jahren.

Der Sohn von Władysław Szpilman, Andrzej, bat seit 1984 Yad Vashem, Hosenfeld als Gerechten unter den Völkern anzuerkennen, aber bekam keine Antwort. Zusammen mit ihm glaubte die ganze Familie von Szpilman und auch Tausende Menschen, dass Hosenfeld diesen Titel für die Menschlichkeit während des Krieges verdient.

Hosenfeld, Wegrow, Februar 1940, mit einem Juden, der in der Armee arbeitete. Yad Vashem

Hosenfeld, Wegrow, Februar 1940, mit einem Juden, der in der Armee arbeitete.
Yad Vashem

Am 21. Juni 2009 hat Yad Vashem den Hauptmann Wilhelm Hosenfeld posthum als Gerechten unter den Völkern anerkannt.