Kritische Auseinandersetzung mit dem Interview

Ziel unseres Projektes ist es ebenfalls, uns mit dem geführten Interview kritisch auseinanderzusetzen. Nicht erst seit dem Medienrummel, um unser Projekt, sondern bereits in Vorbereitung, ist es für uns ein notwendiger Schritt, einzelne Elemente des Interviews zu bearbeiten und zu reflektieren…


Besonders auffällig erschien uns die Frage, nach der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin und dem Umgang mit Flüchtlingen (siehe Frage 7):

Eine ebenso sehr aktuelle Frage: Wie beurteilen Sie die aktuelle Flüchtlingspolitik der Kanzlerin?

Seine Antwort bestand daraus, dass er die aktuelle Flüchtlingspolitik von Frau Merkel als „Katastrophe“ betitelte. Dies begründete er damit, dass man in Deutschland schon seitdem Gerhard Schröder Bundeskanzler war, nicht konsequent genug gegen Asylanten ohne Aufenthaltsrecht vorgehe. Pauschal spricht sich David Petereit dafür aus, alle Flüchtlinge zurückzuführen.

Grund genug, uns mit diesen Aussagen auseinanderzusetzen.

Herr Petereit redet davon, dass nach letzten Zahlen 2.000.000 Flüchtlinge nach Deutschland eingereist sind, von denen sich nur 800.000 legal hier sind. Nach unserer Recherche sind es bis zum Stand des 01.07.2016 (Zeitraum des Interviews) insgesamt 222.264 Flüchtlinge, die zwischen Januar und Juli bundesweit eingereist sind.
In Mecklenburg-Vorpommern 23.500 eingereist, von denen 18.851 den Erstantrag gestellt haben. 13.056 Erstanträge wurden angenommen, und davon sind wiederum 6.038 in Mecklenburg-Vorpommern geblieben.


Quellen: http://www.spdfraktion.de/themen/viele-fluechtlinge-kommen-aktuell-Deutschland

http://www.svz.de/regionales/mecklenburg-vorpommern/nur-ein-viertel-der-fluechtlinge-blieben-id12766771.html


Da der NPD oft eine Neigung zum Rechtsextremismus nachgesagt wird, haben wir David Petereit gefragt, wie er diesen Begriff definiert (siehe Frage 8):

Wie definieren sie den Begriff „Rechtsextremismus“?

In seiner Antwort sagt er,“[…]dass es Extremismus an sich gar nicht gibt“. Seiner Meinung nach ist der Extremismus wenn es ihn gibt, „[…]dass es ihn überall punktuell geben kann. Egal in was.“. Außerdem erklärt er, dass es auch extreme Demokraten gebe.
Petereit wünscht sich einen Umgang mit Extremismus, der weitaus lockerer als bislang ist.

Als Vergleich folgt nun die Definition des Verfassungsschutzes.

„Der Rechtsextremismus stellt in Deutschland kein ideologisch einheitliches Gefüge dar. Vielmehr tritt er in verschiedenen Ausprägungen nationalistischer, rassistischer und antisemitischer Ideologieelemente und mit unterschiedlichen, sich daraus herleitenden Zielsetzungen auf. Dabei herrscht die Auffassung vor, die Zugehörigkeit zu einer Ethnie, Nation oder Rasse entscheide über den Wert eines Menschen. Dieses rechtsextremistische Werteverständnis steht in einem fundamentalen Widerspruch zum Grundgesetz, welches die Würde des Menschen in den Mittelpunkt stellt.“

David Petereit widerspricht dieser Definition nicht, da er den Rechtsextremismus nicht klar definiert. Die Theorie des punktuellen Extremismus ist unserer Meinung nach logisch, da beispielweise manche Ansichten der SPD extrem von denen der NPD abweichen. Umgekehrt weichen einige Meinungen der NPD auch extrem von denen der SPD ab. Es stellt sich nur die Frage, aus welcher Sicht man die Dinge beurteilt.
Wir stimmen Petereit zu, dass man mit Meinungen anderer locker umgehen sollte, da in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht, und jeder seine Gedanken frei äußern sollte. Wir widersprechen ihm jedoch dabei, dass man Beleidigungen hinnehmen oder aushalten sollte. Die Würde des Menschen ist unantastbar und Beleidigungen gehören in keine sachlich formulierte und klar durchdachte Meinung.


https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-rechtsextremismus/was-ist-rechtsextremismus


Sehr interessant fanden wir, ihn zu fragen, wie er zu einer Wiedereinführung des Nationalsozialismus stehen würde (siehe Frage 9):

Angenommen, Sie dürften hier den Nationalsozialismus wieder einführen, Sie dürften auch selber festlegen, was verändert werden soll, sprich aus der Vergangenheit das Gute nehmen und das Schlechte weglassen, würden Sie sich darauf einlassen oder lieber die bisherige Staatsform beibehalten?

Vorher hatte er bereits erwähnt, dass „[…] Wenn man das auseinander nimmt, als „National“ und „Sozialismus“, also Sozialismus fürs Volk“ diese beiden Grundsätze „[…] eine dufte Sache“ wäre. Er sieht jedoch keine Chance darin, den Nationalsozialismus heutzutage einzuführen, da die Erinnerungen an die grausame Zeit zwischen 1933 und 1945 der Umsetzung im Weg stehen würde, egal wie gute Argumente man hervorbringt.
Tatsache ist es, dass Petereit viel verändern würde, wenn ihm die Möglichkeit dazu gegeben wäre. Beispielsweise würde er die Wahlen insofern einschränken, dass sich nur noch geprüft qualifizierte Menschen für politische Posten zur Wahl stellen dürfen.

Wir betrachten die Demokratie als am besten geeignetste Staatsform, weswegen wir David Petereit in diesem Punkt nur widersprechen können. Hervorzuheben ist jedoch, dass wir ihn für seine Meinung nicht verurteilen, da jeder von uns ein freidenkender Mensch ist, der seine Meinungen, Ansichten und Interessen so bilden sollte, wie sie ihm gefallen.
Die Idee der Wahlbeschränkungen lehnen wir ab, da wir der Meinung sind, dass sich jeder zur Wahl stellen können sollte, der das Mindestalter erreicht hat. Es sollte egal sein, welche Qualifizierungen oder Erfahren die Person mitbringt.


Über den Vorfall vor unserer Schule aus dem Jahr 2012, welcher uns zu unserem Thema bewogen hat, haben wir ihn auch gefragt (siehe Frage 10):

Ich kann mich erinnern, als wir hier an die Schule gekommen sind, hatten wir hier mal so einen ähnlichen Fall vor der Schule. Da haben die vor der Schule, also im öffentlichen Raum verteilt. Und wenn man aus dem Lehrerzimmer geschaut hat, war auf dem Sonnenschirm, der da unten aufgespannt war, die Silhouette eines Hakenkreuzes erkennbar. Der Schulleiter hat dann auch Strafanzeige gestellt sowie die Polizei gerufen. Den Hintergrund dafür würde ich gerne wissen?

In sagt, die Aktion war „[…] absolut dämlich.“, jedoch liege die Schuld beim Grafiker, dem das Hakenkreuz angeblich nicht aufgefallen ist, und bei den Aktivsten, die auf das Symbol hingewiesen wurden und daraufhin nicht konsequent gehandelt haben.

Wir stimmen Petereit dabei zu, dass diese Aktion absolut dämlich war. Solch ein Verhalten ist nicht zu dulden und darf nicht unbestraft bleiben. Dass der Grafiker von dem Hakenkreuz nichts wusste, glauben wir nicht. Wir vermuten, dass es kein Zufall, sondern eine bewusst verwendetes Design war.
Die Aktivisten haben ein inakzeptables Verhalten an den Tag gelegt. Es ist uns unerklärlich, wie man das Symbol der nationalsozialistischen Bewegung präsentieren kann, welche so grausame Taten vollbracht hat. Wir verstehen nicht, wie man sich mit solch schrecklichen Dingen identifizieren kann.