Redaktionelles Tagebuch

An dieser Stelle, wollen wir Ihnen einen Einblick in den Verlauf unseres Projektes geben und vordergründig die über uns veröffentlichten Zeitungsartikel aufzeigen. Dabei ist uns sehr gelegen daran aufzuzeigen, wie wir uns gefühlt haben, bei der Berichterstattung. Eine Woche „Medienbombardements“ liegen hinter uns – gezweifelt an unserem Projekt und dessen Durchführung haben wir jedoch nie…


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Der auslösende Artikel der OZ, vom 09.06.2016

Mit diesem Artikel begann unsere „Odyssee“. Wir konnten kaum glauben, was da stand….

Einerseits waren wir erfreut, dass unser Projekt plötzlich im Gespräch war, da wir die große Aufmerksamkeit gut für unsere Debatte nutzen können. Andererseits haben wir uns,aufgrund des Inhaltes, missverstanden gefühlt, und waren über die Professionalität, die bei der Recherche für diesen Artikel aufgebracht wurde, verärgert.

Der Inhalt basierte unserer Meinung nach auf Halb-, beziehungsweise Unwissen. Besonders empört waren wir über den Eindruck, den der Artikel über unseren Lehrer, Herr Kliewe, vermittelte. Leser, die nichts mit dem Projekt zu tun haben oder Herr Kliewe nicht kennen, hätten denken können, dass er verantwortungslos gehandelt hat, was jedoch in keiner Weise der Fall war. Manche Mitschüler dachten, dass man ihn feuern würde, und das alles nur, da bestimmte Personen sich zu Wort gemeldet haben, ohne sich vorher ein klares, umfassendes Bild der Lage zu machen. Dazu zählt neben dem Schulamt auch Vertreter der Politik.

Grundsätzlich waren wir mit der Situation unzufrieden, weshalb wir den Artikel von Andreas Meyer mit den Statements der beiden Politiker nicht unbeantwortet stehenlassen wollten. Dies hat uns dazu bewogen, dass wir gemeinsam mit der Projektgruppe, welche sich mit der AfD auseinandersetzt, einen Brief an die Ostsee-Zeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten zu schreiben, in dem wir den Artikel der Ostsee-Zeitung richtiggestellt haben. Unsere Hoffnung war es, dass unser Brief veröffentlicht wird, damit der Eindruck, den die Leserschaft durch den für unser Handeln ausschlaggebenden Artikel hatte, korrigiert wird. Wir haben den NNN die Möglichkeit gegeben, den Artikel gekürzt zu veröffentlichen, da diese sich von Beginn an, als sehr objektiv erwiesen haben, was die Berichterstattung anbelangt. Von der Ostsee-Zeitung haben wir verlangt, den Artikel ungekürzt zu veröffentlichen:

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  • Anmerkung: hier ist lediglich ein Ausschnitt zu sehen. Den kompletten Artikel finden Sie im PDF-Format hier: leserbrief-der-schüler

Die Möglichkeit der Veröffentlichung wurde von den NNN ergriffen. Die Ostsee-Zeitung hingegen, hat den Brief bislang nicht veröffentlicht, und die in ihrer Zeitung veröffentlichten Unwahrheiten nicht korrigiert. Trotz Aufforderung das die OZ verpflichtet sei, unsere Gegendarstellung zu veröffentlichen, taten Sie dies bis heute nicht. Aufgrund dessen, haben wir Beschwerde beim Deutschen Presserat gegen Herrn Meyer und die OZ eingereicht!

 Wichtig für uns ist es darauf hinzuweisen, dass Holger Arpe (andere Projektgruppe) bis heute nicht rechtskräftig wegen Volksverhetzung verurteilt worden ist! Den Recherchewillen des Redakteurs, müssen wir bereits an dieser Stelle deutlich in Frage stellen. Außerdem gab es auch keinen Eklat an unserer Schule – dieser wurde uns von außen aufgezwungen.


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Ausgabe der NNN – einen Tag später mit einem Kommentar des Chefredakteurs

> sie können den Artikel auch hier im PDF-Format anschauen >> igs-geschichtsprojekt1

Einen Tag später war noch lange nicht Ruhe. Die Norddeutsche Neuesten Nachrichten (NNN) veröffentlichten ebenfalls eine Artikel, welches sich allerdings deutlich differenzierender las. Auch das nebenstehende Kommentar des Chefredakteurs der NNN, machte uns Mut, erkannte er doch den wahren Charakter des Geschichtsprojekts. Dafür sind wir ihm bis heute dankbar (siehe oben).

 


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Lange hin und her überlegt haben wir, ob unser verantwortlicher Projektlehrer, Herr Kliewe, mit der Süddeutschen Zeitung telefonieren soll. Schließlich hatten wir schon genug Schlagzeilen um die Ohren gehauen bekommen. Auch die Schulleitung holten wir zur Diskussion hinzu. Schließlich entschieden wir uns dafür, da wir die Süddeutsche Zeitung als vertrauensvoll und kompetent recherchierend einstufen. Im gleichen Atemzug entschieden wir uns, zusammen mit der AFD-Projektgruppe, einen Leserbrief zuschreiben, gewissermaßen als Gegendarstellung, welcher bereits oben aufgeführt wurde (leserbrief-der-schüler).

Wie bereits geschildert, veröffentlichte nur die NNN unsere Stellungnahme zum Thema:

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Wir empfanden es als Genugtuung, dass wir, als betroffene Schüler, den man vorgeworfen hat, nicht in der Lage zu sein, ein solches Interview zu führen, mit Unwissenheit und Vorurteile aufzuräumen. Auch die „Bildungsexpertin“ Frau Simone Oldenburg mussten wir in Ihrer Rolle als Kritikerin sehr argwöhnisch betrachten, hat sie sich doch nie die Mühe gemacht, mit uns persönlich, oder unserem Lehrer zu sprechen.!


DAS BLATT WENDET SICH

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Neben den Kritikern, gab es natürlich auch die Fürsprecher zum Projekt. Jene, die uns vertrauten und im Projekt eine Chance sahen! Eltern- und Schülerschaft angierten sich vom ersten Tag an für uns, verfassten Leserbriefe und Stellungsnahmen an Zeitungen, Schulamt und Bildungsministerium und zeigten sich empört, über Berichterstattung und Vertrauen in unsere Schule/unsere Lehrer. Dabei wurde immer wieder betont, dass unser betreuender Lehrer sich bereits immer kritisch mit dem Rechtsextremismus und den Verbrechen der Nazis auseinandersetzt. Dazu organisiert er Exkursion zum Konzentrationslager Sachsenhausen und letztes Schuljahr, erstmalig, eine Studienfahrt nach Krakau/Auschwitz mit der Klasse 11, um das unfassbare Leid, welches die Nazis verursachten greifbar zu machen.


U N S E R    F A Z I T

Nach wie vor sind wir erschrocken darüber, wie schnell sich Politik in ein gut geplantes und gut durchgeführtes Projekt einplant und versucht, dieses zu blockieren. Traut man uns tatsächlich so wenig zu? Soll man sich in der Schule tatsächlich nicht mehr eine eigene Meinung bilden? Darf man nicht mehr kritisch fragen? Dann hätte Schule seinen Bildungsauftrag deutlich verfehlt. Schon im Schulgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern heißt es:

„Ziel der schulischen Bildung und Erziehung ist die Entwicklung zur mündigen, vielseitig entwickelten Persönlichkeit […] (§2, Absatz 1)“

Diese Mündigkeit wurde uns seitens der Politiker und der negativen Berichterstattung abgesprochen! Das Schlimme dabei: Ohne die Fakten und den Aufbau des Geschichtskurses zu kennnen!
Wir schienen mit unserem Interview in ein Hornissennest gestochen zu haben, den der „Schweriner Weg“, und damit die Leitlinie der demokratischen Parteien heißt:

Niemand spricht/verhandelt oder trifft sich mit der NPD!
(siehe Menüpunkt Storch Heinar)

Aus unserer Sicht nur zum Teil nachvollziehbar.
Wir wissen nun, am Ende des Projekts, dass Schule mehr leisten kann, als Meinungen vorzugeben – mehr leisten muss!!! Leider traut man das Schülern, aber auch Lehrerschaft nur bedingt zu.
Obwohl wir das Projekt erst grundlegend anders gestalten wollten, kam durch die Reaktionen aus Zeitung und Politik durchaus mehr Potential dazu, als ursprünglich geplant. Gut für uns! Gut fürs Projekt! Gut für die politische Bildung unsererseits!

Auf eine Entschuldigung seitens der OZ oder diverser Politiker warten wir bis heute!
Besonders unser Projektleiter Herr Kliewe hat harte Tage/Wochen hinter sich, da er sich permanent gegenüber Schulamt, Bildungsministerium und Presse zum Projekt äußern musste, Stellungsnahmen schreiben musste – oft bis tief in die Nacht.
Nachdem das Potential des Projektes analysiert wurde und selbst Fachdidaktiker der UNI sowie das Studentenwerk der Universität Rostock, dem Kurs ein extrem modernes Unterrichtskonzept, frei, selbst bestimmend, kritisch, bescheinigte, fehlt eine korrigierende Stellungnahme bis heute! Es ist eher sehr ruhig, um die Kritiker der ersten Stunde geworden…

Valentin und Silas


Abschließend noch der Artikel des Stundentenwerks:

studentenwerk