‚Gründe‘ der Verfolgung und Internierung

In besetzten Gebieten und im Deutschen Reich wurden zwischen 1933 und bis zur Befreiung 1944-1945 sechs Hauptkonzentrationslager und über Tausend Außen- und Arbeitslager errichtet. Dies wurde den Nationalsozialisten durch die sogenannte Reichstagsbrandverordnung, welche am 27. Februar 1933 unterschrieben wurde, und dem Ermächtigungsgesetz, erlassen am 23. März 1933, ermöglicht. Die Reichstagsbrandverordnung setzte die verfassungsmäßigen Grundrechte aus und ermöglichte es den Nationalsozialisten politische Gegner, ohne Angabe von rechtlichen Gründen, in Untersuchungshaft zu nehmen und legal zu unterdrücken. Das Ermächtigungsgesetz schuf der Regierung zusätzlich das Recht, ohne die Zustimmung von Reichsrat, Reichstag und dem Reichspräsidenten, Gesetze zu erlassen. Nach Kriegsbeginn 1939 wurden weitere Maßnahmen ergriffen, um die Kriegsproduktion zu steigern. Das Motto war „Vernichtung durch Arbeit.“[1]  Die Arbeiter wurden ohne jede Rücksicht in „kriegswichtigen Produktionsstätten namhafter deutscher Industrieunternehmen ausgebeutet.“[2] In einer Rede am 6.Oktober 1943 verkündete der Reichsführer SS, Heinrich Himmler, dass auch die Kinder liquidiert werden sollen.

Die „Gründe“, warum die Nationalsozialisten auch die Kinder verfolgten und internierten, liegen auf der Hand. In ihren Augen waren die Kinder die „Rächer der Zukunft“[3]. Denn, egal ob politisch oder religiös verfolgt, aus ihrer Sicht würden diese Kinder sich auch in Zukunft nicht ändern und dazu beitragen, dass die Ansichten dieser Gruppen, die im Konflikt mit der nationalsozialistischen Ideologie standen, weiterverbreitet werden würden. Die Kinder standen ständig unter Beobachtung und es wurde geprüft inwieweit sie dem nationalsozialistischen Ideal entsprachen. Auch Kinder, die unter einer Behinderung litten, wurden als minderwertige Menschen angesehen. Sie wurden unter dem Vorwand, dass sie ein lebensunwürdiges Leben fristen würden, ermordet.


[1] http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/antisemitismus/kz/index.html Stand 29.02.12

[2] http://www.dhm.de/lemo/html/nazi/antisemitismus/kz/index.html Stand 29.02.12

[3] Adolphs, Lotte, Walter Braun Verlag Duisburg, Kinder in Ketten, S.47